Ein Traum wird wahr?

Ein Teil von mir konnte immer noch nicht glauben, was ich gerade gelesen hatte. Wie hypnotisiert starrte ich auf den Brief in meiner Hand, während meine Gedanken sich überschlugen.  Passierte das hier wirklich mir?

Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, das mein Traum von einem eigenen Buchladen eines Tages wahr werden könnte und doch schien nun alles darauf hinzudeuten. Kunigunde, die Cousine der Tante  der Großmutter meines Vaters (oder so ähnlich, aber das war ja auch nicht so wichtig), die ich noch nie in meinem Leben gesehen hatte, die mich aber mysteriöser Weise zu kennen schien, hatte mir einen Brief geschrieben. Da ihre Handschrift noch unleserlicher war als meine eigene angeblich sein sollte(wobei ich immer noch nicht verstand, was die Leute gegen meine Schrift hatten, menno!), hatteich eine geschlagene dreiviertel Stunde damit verbracht, diese zu entziffern.

Was ich schließlich las, verschlug mir einen Moment lang den Atem: Tante Kunigunde wollte mir den schon lange leerstehenden Buchladen ihrer verstorbenen Schwester überlassen, inklusive einer kleinen finanziellen “Starthilfe”, wie sie es ausdrückt. Wahnsinn!  Tja, und da standich nun, kurz davor, ein neues Leben zu beginnen. Im Brief war zu lesen, dass sich der Buchladen in einer kleinen Stadt namens Defihausen befinden sollte, von der ich bisher noch nie etwas gehört hatte. Seltsamer Name, musste ich unbedingt noch googeln, bevor es losgehen würde.Dass es bald losgehen sollte, da war ich mir sicher: So schnell wie möglich wollte ich meine Sachen packen und umziehen. Also gut, Defihausen, ich komme!

Zwei Tage später war es so weit: Ich war mit Sack und Pack in Defihausen angekommen und stand vor dem Haus, das in Zukunft mein Zuhause und mein Arbeitsplatz sein würde. Im Erdgeschoss befand sich der Laden, darüber eine kleine Wohnung.

Aufgeregt steckte ich den Schlüssel in die Ladentür, während meine Umzugshelfer den Hintereingang nutzten und meine Sachen schon mal hoch in die Wohnung trugen. Dabei fluchten sie ohne Unterlass über die schweren Kisten mit meinen Büchern, aber als zukünftige Buchhändlerin kam es für mich natürlich überhaupt nicht in Frage, mich von einem einzigen zu trennen.

Mein Herz klopfte schnell, während ich den Laden betrat – und unmittelbar zusammenzuckte bei dem Anblick, der sich mir bot. Eine riesige Staubschicht bedeckte Bücherregale und Tresen, überall in den Ecken fanden sich Spinnenweben und -

War das gerade etwa eine Maus gewesen? In diesem Laden schien schon lange kein Buch mehr verkauft worden zu sein. Geschockt setzee ich meinen Erkundungsgang fort und schauderte angesichts des Ausmaßes der Verherrung .

Gegen halb zwei Uhr morgens lag ich endlich in meinem Bett und fühlte mich wie erschlagen. Den Rest des Tages hatte ich damit verbracht, die ersten Kartons in der Wohnung auszupacken und den Laden zu putzen, trotzdem sah es unten noch immer schrecklich aus. Wie lange würe es dauern, bis ich den Laden eröffnen konnte? Meine Gedanken fuhren Achterbahn. Kurz bevor ich endlich einschlief , fasset ich den Vorsatz, morgen nach einer weiteren Aufräumaktion in Ruhe die Stadt zu erkunden und herauszufinden, was für Bücher die Leute hier gerne lasen …

http://cecilkimber.de/?p=73 (hier geht´s  zum Vorgänger-Artikel bei N8engel)

http://petravennekohl.wordpress.com/2011/01/29/abschied-aus-defihausen-blogsoap/#comment-447 ( hier geht´s weiter bei Federkiel)

http://www.monsterdoc.de/2010/fuer-eine-handvoll-pillen-die-blogsoap/ (und hier zur Zentrale)

8 Kommentare (+add yours?)

  1. Trackback: Monsterdoc – Arzt Blog, Medizin Satire » Für eine Handvoll Pillen – Die Blogsoap
  2. chefarzt
    Jan 28, 2011 @ 19:29:29

    Wilkommen in Defihausen. Eine schöne, meistens ruhige Stadt. Bin sehr froh, dass der Buchladen wieder neueröffnet wird. Ich glaube, die Interessen der Einwohner sind recht unterschiedlich … also nicht nur Bücher über Defibrillatoren oder Mundschutze … du wirst das schon hinkriegen.

    Antwort

  3. Federkiel
    Jan 28, 2011 @ 19:30:36

    Oh, wie spannend! Da hat ja mal jemand die Scheiben geputzt, jetzt kann man wieder in den Laden gucken. *die Nase an die Scheibe drück* Sieht ja schlimm aus, da drin, aber immerhin ist der Tresen schon frei und ein paar Regal.
    Ob der Laden bald aufmacht? Was es dann hier wohl gibt? Hoffentlich Bedienungsanleitungen für Defibrillatoren, damit nicht mehr so viel passiert in der Stadt ;-)

    Antwort

  4. Blua
    Jan 28, 2011 @ 19:38:13

    @ Chefarzt: Danke. Ruhig? Da, da hab´ ich aber anderes gehört;) Bücher über Defibrillatoren und Mundschutze wird´s auf jeden Fall geben, mal schauen, was noch dazu kommen wird. Ein paar Ideen habe ich zum Glück schon …

    @ Federkiel: Ja, das Scheibenputzen war ganz schön anstrengend, so, wie die aussahen *ächz* Bedienungsanleitungen ist eine gute Idee, danke, die wandern gleich auf meinen Merkzettel ;)

    Antwort

  5. Federkiel
    Jan 28, 2011 @ 19:41:10

    @Blua: Doch, doch, hier ist es meistens ganz ruhig … ;-) Ich komme dann mal mit einer Liste. Bildband über Australien, das wäre was. Auch Schweden.

    Antwort

  6. Blua
    Jan 28, 2011 @ 20:05:02

    @ Federkiel: Au ja, gerne :) Langsam nimmt die Liste Gestalt an … Für den Kindergarten gibt´s dann bestimmt auch noch ein paar Bücher-Ideen …
    Ich glaube, ich werde gut beschäftigt sein!

    Antwort

  7. Trackback: Abschied aus Defihausen – Blogsoap | Blog von Petra Vennekohl (Federkiel)
  8. Trackback: Neues aus Defihausen: Die Weddingplanerin | Anna bloggt…

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